Ausstellungseröffnung "Taubenhäuser im Landkreis Teltow-Fläming“ im Museum des Teltow in Wünsdorf

09.05.2015

Am Samstag, den 09.05.2015, wurde im Museum des Teltow in Wünsdorf die Fotoausstellung „Taubenhäuser im Landkreis Teltow-Fläming“ eröffnet. Die Fotos und Texte hierfür konnte ich beisteuern.

Museumsleiter Silvio Fischer übernahm die Eröffnung der Ausstellung. Ich berichtete über die Tauben-Symbolik, über die Geschichte der Taube als Haustier und über die ziemlich in Vergessenheit geratenen Taubentürme und Taubenhäuser. Die Taubenhaltung gehörte Ende des 19. bis Mitte des 20. Jh. zu fast jedem Bauernhof und dafür wurden oftmals eindrucksvolle, dorfbildprägende Taubenhäuser errichtet. Als kulturhistorische Elemente dokumentieren sie einen Teil eines jahrhundertelangen Prozesses der ländlichen Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte.

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Die Taube ist eines der ältesten Haustiere des Menschen. Überall, wo die Taube gehalten wurde, spielte sie eine herausragende Rolle als Symbol und Verkörperung menschlicher und göttlicher Eigenschaften. Heute werden Tauben fast nur noch mit Städten und den damit verbundenen Problemen wie Taubenkot oder Gebäudeschäden in Verbindung gebracht.

Die Bedeutung der Taube in der Kulturgeschichte begann im 3. Jahrtausend v. Chr. als im alten Sumer und Babylon die Taube zum heiligen Vogel der Liebesgöttin „Inanna-Ischtar“ wurde. In der griechisch-römischen Kulturepoche wurde die Taube zur ständigen Begleiterin von Aphrodite/Venus, der «Göttin mit der Taube». Im Christentum setzte sie sich als Symbol des Heiligen Geistes durch. Bis heute werden der Taube zahlreiche weitere Symbolwerte zugeschrieben: Sie ist u. a. auch das Symbol des Friedens.

Tauben wurden als Delikatesse geschätzt. Da ein Taubenpaar im Jahr etwa einen Doppelzentner Körner verzehrt, war der Kreis der Taubenhalter und -züchter zunächst eingeschränkt. Die Ausbreitung der Taubenhaltung änderte sich mit den schnell steigenden Erträgen im Feldbau seit dem späten 18. Jh.

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Viele einfache oder auch kunstvoll gefertigte Taubenhäuser waren zunächst aus Holz. Diese sind heute in Brandenburg kaum noch zu finden. Später wurden Taubenhäuser aus Ziegeln mit und ohne Schmuckelementen errichtet. Diese massiven Nebengebäude sind oft erst 100 Jahre alt. Sie haben im Untergeschoss meist einen kleinen Stall, beherbergen die Toilette oder einen Abstellraum. Ihr Standort inmitten der Bauernhöfe hat ab der zweiten Hälfte des 20. Jh. bei vielen zum Abriss geführt, weil sie den modernen landwirtschaftlichen Maschinen im Wege standen. Dennoch haben sich einige von ihnen im Landkreis Teltow-Fläming bis heute erhalten. Insgesamt habe ich über 60 Taubenhäuser im Landkreis Teltow-Fläming dokumentieren können. 20 von Ihnen werden jetzt in großformatigen Bildern im Museum des Teltow präsentiert. Die Abzüge finanzierte der Senioren Nachbarschaftsheim e. V. in Luckenwalde.

Die Fotoausstellung ist noch bis Ende August 2015 im Museum des Teltow, OT Wünsdorf, Schulstraße 15 in 18506 Zossen, jeweils samstags und sonntags von 13 bis 16 Uhr zu sehen.

http://museum.teltow-flaeming.de/neuigkeiten/artikel/sonderausstellung-1.html

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