Blühwiesenrundgang in Buchholz mit Ergebnispräsentation am Ende des 1. Jahres

02.09.2017

Der Verein Blühstreifen Beelitz e. V., hat mitten im Spargelland blühende Oasen geschaffen und damit Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge, Hummeln und Co. Der Verein lud am 03. September zu einem Blühwiesenrundgang nach Buchholz ein, um die Ergebnisse des 1. Jahres zu präsentieren.
Bei der Flächenbegehung konnten sich die Gäste an mehreren Stationen informieren. Ein Steinkauzprojekt an der Blühwiese Buchholz mit Benjeshecke präsentierte Peter Koch vom Landschaftsförderverein Nuthe-Nieplitz-Niederung. Zudem ging es an den Ständen  um Bienen, Hummeln und andere Insekten, um gebietsheimisches Saatgut und um Aussaattipps.
In den letzten 20 Jahren haben sich die Insekten nach Arten- und Individuenzahl in Deutschland mehr als halbiert. Ein Ende des Trends ist derzeit nicht abzusehen. Unsere Kulturlandschaft ist durch eine stetige Intensivierung der Landwirtschaft in einem enormen Wandel. Grünlandverluste, einseitige Fruchtfolgen und Regionen mit hohem Maisanteil prägen das Landschaftsbild.

Eine bunte Blüten- und Artenvielfalt auf Acker und Grünland gehört der Vergangenheit an. Lebensraumverlust und fehlendes Nahrungsangebot bedeuten für viele typische Arten der Agrarlandschaft das drohende Aussterben. Dabei sind die Insekten wichtig. Die für alle überlebenswichtige Bestäubungsleistung besorgen zu 90 Prozent Wildbienen und Insekten, zu fünf Prozent die Honigbiene. Den Rest erledigt der Wind.
Mit dem Projekt „Blühwiesen“ versucht der Verein Blühstreifen Beelitz e. V. zu zeigen, dass es auch anders geht. Besonderes Engagement haben dabei die beiden Vorsitzenden des Vereins Kerstin und Lutz Pahl gezeigt. Das machten auch die verschiedenen Partner deutlich, die der Verein gefunden hat. Dazu gehört das Netzwerk Blühende Landschaft, die Stadt Beelitz, die Wittbrietzener Agrar KG, der Naturpark Nuthe-Nieplitz, die Agrargesellschaft Buchholz mbH, die Laprog-Agrargesellschaft Gottow und der Spargelhof Klaistow. Auf über 50 Hektar wurden Blühwiesen angelegt, auf denen Pflanzenschutzmitteln tabu sind. Auch viele Privatleute haben auf ihren Flächen oder in Gärten ebenfalls kleine Oasen anlegt. Etwa fünf Hektar kommen dadurch noch dazu.

Weitere Informationen zum Verein und zum Projekt gibt es hier: https://bluehstreifen-beelitz.de. Spenden für die weitere Arbeit sind sehr willkommen.

Begleitet wurde die Aktion durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Auch beim Blühwiesenrundgang wurde deutlich, dass die Aktion bereits im 1. Jahr zum Nach- und Umdenken angeregt hat.

Die Blühflächenaktion ist ein Vorzeigebeispiel und ein Lernort. Wichtig ist, dass die politischen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass eine bienen-, wildtierfreundliche und nachhaltige Landwirtschaft möglich und wirtschaftlich ist. Diversität der landwirtschaftlichen Strukturen ist Voraussetzung für Biodiversität mit all ihren
essentiellen Ökosystemdienstleistungen für den ländlichen Raum. Die Zukunft von
Honigbiene, Wiesen- und Ackervögeln sowie der damit verbundenen gesamten
Vielfalt an Flora und Fauna ist abhängig von einer vielfältigen nachhaltigen Landwirtschaft.

Das Land Sachsen beispielsweise fördert Landwirte mit 600 Euro je Hektar, wenn sie Blühwiesen anlegen. Im Land Brandenburg gibt es dafür keine Förderung.

Auch aus diesem Grunde sind die meisten Landwirtschaftsflächen noch immer artenarme Intensivackerflächen.

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