Bürgerversammlung zum Thema: Wie weiter mit dem Stadtpark Zossen?

24.01.2014

Wie weiter mit dem Stadtpark Zossen? Das war Thema einer Bürgerversammlung am 21.01.2014 im „Weißen Schwan“ in Zossen.
 
Trotz Schnee und Blitzeis kamen etwa 30 Gäste um über die Zukunft des Stadtparks zu diskutieren. Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatte die Bürgerliste Zossen. Ich kam gern dem Wunsch der Veranstalter nach, etwas über die Geschichte des Parks, der Ende der 1950er Jahre entstand, zu sagen und über die Beschlusslage der SVV zum Stadtpark zu informieren. 
 
Ende der 1950iger Jahre entstand durch Initiative vieler Zossener Bürger der Stadtpark. 1959 wurde der Auftrag für den Entwurf des Volksparks vergeben. Bereits 1956 konnten einige Elemente im Park realisiert werden, die in der 1959 begonnen Planung berücksichtigt wurden. An den Planungen für den Volkspark Zossen hat auch der Architekt Prof. Hermann Henselmann mitwirkt. Prägendes Element war und ist der Springbrunnen. Östlich der Springbrunnenanlage gab es einen markanten Dahliengarten. Am nördlichen Eingang, von der Kirchstraße kommend, befand sich ein üppiger Rosengarten. Eine wichtige Sichtachse bestand von der Treppenanlage an der Bahnhofstraße über den Springbrunnen zu den Gebäuden des ehemaligen Schlossareals. Um diesen Blick zu gewährleisten fanden sich an den Böschung zum Schloss Blumenrabatten.
 
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Im Laufe der Jahre kam es fortwährend zu Veränderungen und Umgestaltungen im Park. 1968 erhielt der Park die Plastikgruppe „Bäuerinnen“ vom Berliner Künstler Siegfried Krepp. 1969 wurden im Eingangsbereich zum Stadtpark farbige Platten ausgelegt, um den Parkbesuchern bei regnerischem Wetter die Durchquerung besser zu ermöglichen. 1975  Wurde der Gedenkstein für die „Opfer des Faschismus“ aufgestellt. 1978 wurde mit dem Bau des "Parks der Freundschaft“ der Stadtpark und die Festwiese am "Weißen Schwan" erweitert. Beide Parkteile wurden 1980 mit einer Brücke verbunden.
 
Heute ist der ursprüngliche Parkzustand nur noch zu erahnen. Ursache dafür ist die Vernachlässigung der Schnitttätigkeit und Pflege. Hierdurch sind viele Sichtbeziehungen verloren gegangen. Durch mangelnde Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen befinden sich heute auch die Architekturelemente in einem schlechten baulichen Zustand.
 

In der Sitzung der SVV der Stadt Zossen am 14.04.2010 wurde der Beschluss gefasst, ein  Pflege- und Entwicklungskonzept für den Stadtpark Zossen zu erarbeiten.
 
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Grundlage für die Konzeption soll ein Bestandsplan sein, der eine Vegetationsaufnahme umfasst und der zudem nicht nur die oberirdischen sichtbaren Denkmale, sondern auch – soweit  möglich – die archäologischen Erkenntnisse berücksichtigt. 
Bei der Erarbeitung der Konzeption sind die historische Bedeutung des Park- und Burgareals zu berücksichtigen. Die noch vorhandenen geschichtlichen Spuren und Strukturen (bauliche Reste und archäologische Befunde) sind zu erfassen, zu berücksichtigen und – soweit möglich – sichtbar zu machen.
 
Die Konzeption soll erste Vorschläge zur Entwicklung und Nutzung des Burgareals umfassen und mit der Parkkonzeption in Verbindung bringen. Zudem soll die Konzeption die gartendenkmalrechtlichen Erfordernisse berücksichtigen. 
 
Auch für den Bereich Kalkschachtöfen und Nottehafen (E-Werk) sollten Ideen erarbeitet werden. Ein Maßnahmenkatalog sollte erarbeitet werden, der zur Umsetzung der Entwicklungsziele notwendig ist.
 
Die Stadtverwaltung hat zwar den Beschluss bislang nicht umgesetzt, es liegen aber mehre hochwertige studentische Arbeiten, darunter eine Bachelorarbeit und eine Masterarbeit vor.  Betreut wurden die Arbeiten von Frau Dr. Rolka (Gastprofessorin für Gartendenkmalpflege an der TU Dresden).
 
Der heutige Zustand des Parks lässt die Grundausrichtung noch erkennen. Ziel ist es, die Sichtbeziehungen wieder herzustellen, die Blumenbeete, insbesondere den Dahlien- und Rosengarten wieder herzustellen. Die Architekturelemente sollen erneuert und Bänke aufgestellt werden. Am Nottekanal soll eine Anlegestelle geschaffen werden.
 
Um der Stadt ein neues Aushängeschild zurück zu geben und den Grundgedanken zu erhalten soll die Anlage restauriert, rekonstruiert und instand gesetzt werden. Das gartenpflegerische Konzept für den Stadtpark greift dabei die ehemalige Konzeption einer Volksparkanlage wieder auf. Leider lehnt es die Stadtverwaltung ab, sich mit der vorliegenden Planung konstruktiv auseinanderzusetzen. 
 
Im zweiten Teil des Abends diskutierten die Teilnehmer die Möglichkeiten und die Wünsche der Bürger hinsichtlich des Parks. Frau Andrae (Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung) bemängelte, dass der Park als “Hunde- und Katzentoilette missbraucht” wird. Der Beschluss der SVV zur Pflege und Gestaltung des Parks könne aus Ihrer Sicht nicht umgesetzt werden, “wenn die Bürgermeisterin das nicht wolle”.
 
Eine Promenade am Kanal entlang wurde gewünscht. Vorgeschlagen wurde die Unterteilung des Parkteils, der westlich des Nottekanals liegt, in 10 Bereiche, von denen jeder von einem Ortsteil betreut werden könne und sich somit jeder Ortsteil vorstellen könne. Die Aktivierung der Tanzfläche resp. Rollschuh-Schlittschuhfläche war ein Vorschlag und die Einbeziehung des Nottehafens und Sanierung zur Nutzung einer Bootsanlegestelle.
 
Der größte Wunsch, der jedoch herauszuhören war, ist die Instandsetzung der Wege und Wiesen des Parks und die regelmäßige Pflege derselben. Die Frage des Denkmalschutzes, vor allem auch für den Springbrunnen im Park war heiß umstritten. Ein Konsens wurde jedoch hinsichtlich der Frage erzielt, dass konstruktive Gespräche mit der Denkmalschutzbehörde der nächste wichtige Schritt sei.
 
In einem offenen Brief sollen die Ergebnisse des Abends der Stadtverwaltung vorgestellt werden.
 
Die Einwohner Zossens wünschen sich einen Stadt- und Volkspark, der seinem Namen und der Stadt Zossen Ehre macht.

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