Ein Stück Feld für Städter - Besuch im Bauerngarten Großziethen

23.07.2017

Nach dem Motto „Wir pflanzen, Sie ernten“, können Großstädter ihren kleinen Garten betreiben. Für Interessierte, die keinen Garten und nur wenig Zeit haben, aber trotzdem ökologische Feldfrüchte ernten wollen, gibt es u. a. im brandenburgischen Großziethen #Bauergärten. Dort können solche Träume für den gestressten Großstädter Wirklichkeit werden. Am Wochenende besuchte ich die Bauerngärten Großziethen. Dabei konnte ich mich davon überzeugen, das Selbstversorgung mit Gemüse hier problemlos möglich ist - in Ökoqualität (Bioland-zertifiziert). Frische Luft und neue Erfahrungen gibt´s gratis dazu.

Auf dem komplett vorbereiteten Ackerstück können ab Mai Erbsen, Kohlrabi, Kürbis, Lauch, Mangold, Möhren, Pastinaken, Porree, Radieschen, Rauke, Rotkohl, Rucola, Salat, Spinat, Weißkohl, Wirsing und Zucchini gepflegt und schließlich geerntet werden. Zudem gibt es ein gemeinsames Kräuterbeet. Auch das Bildungsangebot kommt nicht zu kurz: es finden regelmäßig Workshops zu aktuellen Themen statt, zusätzlich werden die Hobbygärtner online mit Gartentelegrammen versorgt. All das ist im Preis von € 390,00 für die gesamte Saison enthalten.

In Großziethen ist Bauer Werner Mette Namensgeber. Hier werden bereits seit einigen Jahren Bauerngärten betrieben. Von Mai bis Anfang November ist es möglich, sich mit ca. 25 verschiedenen Gemüsesorten auf 22 oder 44 qm zu versorgen.

Der Service wird im kreisrunden Bauerngarten groß geschrieben: ein zuverlässiges Bewässerungssystem ist vorhanden, Gartenwerkzeug wird bereit gestellt, Biosaatgut, Jungpflanzen und Dünger werden bis ans Feld geliefert.

Soziologen haben für das Phänomen einen Namen gefunden: "Urban Gardening". Dabei geht es nicht nur um Zeitvertreib oder den Rückzug aus dem hektischen Alltag, das Gärtnern ist auch politisch. Schhließlich handelt es sich um ein soziales und ökologisches Projekt. Der Garten wird regelmäßig zum Treffpunkt. Gärtnern in den Bauerngärten bringt Menschen zusammen. Und, Menschen in der Stadt und auf dem Land spüren eine neue Lust auf Natur. Es ist eine neue, junge Umweltbewegung mit einem höchst pragmatischem Ansatz.

Mit den Bauerngärten reagieren die neuen Gärtner auch auf undurchsichtig gewordene Konsumkreisläufe, auf Verarmung der Sortenvielfalt in den Supermarktregalen und steigende Monopolmacht großer Saatgutriesen.

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