Erhalt der Trauerweide im Zossener Stadtpark ist möglich

13.09.2012

Im Zossener Stadtpark gehört die zentrale Freifläche mit der freistehenden Trauerweide zum wichtigsten Bereich des Gartendenkmals. Auch für Frau Dr. Caroline Rolka, Gastprofessorin für Gartendenkmalpflege an der TU Dresden, ist die Trauerweide im Stadtpark ein prägnantes Gestaltungsmerkmal.

Nun mussten wir allerdings der Zeitung (MAZ vom 21.07.2012) entnehmen, dass diese Weide gefällt werden soll – möglicherweise noch Mitte September. Nach Angaben der Bürgermeisterin der Stadt Zossen hätte eine Kontrolle der Weide durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung ergeben, dass diese von einem Parasiten befallen ist. Es soll sich demnach um den sogenannten Feuerschwamm handeln.

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Aus Sicht des Landesdenkmalamtes sollte aus gestalterischer Sicht und aus denkmalpflegerischer Sicht alles getan werden, um diesen, für die Gestaltung des Parks prägenden Baum, zu erhalten. Der für das Gartendenkmal zuständige Mitarbeiter des Landesdenkmalamtes erklärte auf Nachfrage, dass vor einer Fällung, die nur auf Grundlage einer genehmigten denkmalrechtlichen Erlaubnis erfolgen kann, durch einen qualifizierten Gehölzgutachter die Notwendigkeit des Eingriffs zu begründen ist. Darauf aufbauend sollte von einem qualifizierten Fachplaner nach einer Lösung gesucht werden, den Baum zu stabilisieren und die Problematik der Verkehrssicherungspflicht zu entschärfen. Dazu wäre zu überlegen, ob nicht im Bereich unter der Weide das Betreten usw. eingeschränkt oder untersagt werden kann. Als allerletzte Lösung käme erst die Fällung und Neupflanzung eines Starkbaumes in Frage.

Als problematisch erweist sich nun die mangelnde Baumpflege. An der Trauerweide ist zu erkennen, dass Astbruch vergangener Jahre nicht ordnungsgemäß versorgt wurde.

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Die Verletzungen sind fast immer Ausgangspunkt von Holzzersetzungen. Als Baumpflegemaßnahmen kann gelegentliches leichtes Auslichten, eine zu dicht und zu hoch werdende Krone vermeiden. Dadurch wird das Risiko des Astbruchs minimiert.

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Die noch junge Trauerweide in den 1960iger Jahren

Trauerweiden können 80 bis über 100 Jahre alt werden. Die Weide im Stadtpark ist etwa 60 Jahre alt und könnte bei entsprechender Baumpflege noch einige Jahre erhalten werden.

Die Situation zeigt erneut die Notwendigkeit eines Parkentwicklungskonzeptes. In der jüngeren Vergangenheit wurden bereits zahlreiche Bäume gefällt, ohne dass es im Stadtpark Nachpflanzungen gab. Die Stadtverordnetenversammlung hatte bereits 2010 beschlossen, dass ein Pflege- und Entwicklungskonzept für den Stadtpark Zossen erarbeitet wird. Mittlerweile gibt es mehrere Forschungsarbeiten, die sich in den vergangenen Jahren mit dem Zossener Park beschäftigt haben. Diese Arbeiten gilt es nun für ein Parkentwicklungskonzept zu nutzen. Durch planmäßiges und rechtzeitiges Nachpflanzen von Jungbäumen kann der Charakter des Parks erhalten werden.

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