Gemeinsam für den heimischen Sojaanbau

10.08.2016

Das „1000 Gärten − Soja-Experiment“ auch in Brandenburg

Über 90 Prozent der global angebauten Sojabohnen wird zu Sojaöl und Futtermitteln weiterverarbeitet. Als Eiweißquelle landen jährlich rund vier Millionen Tonnen Sojafuttermittel in den Trögen der deutschen Massentierhalter. Um riesige Mengen zu erzeugen, wird Soja in Monokultur und unter Einsatz giftiger Pflanzenschutzmittel kultiviert, die nicht nur den Boden, sondern auch die Gesundheit von uns Menschen gefährden. In den traditionellen Sojaanbau-Ländern Asien, USA und Südamerika dominiert zudem der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut.

Das Klima hat sich mitlerweile so gewandelt, dass wir auch hier in Deutschland und auch in Brandenburg Soja anbauen können. Dennoch steckt der Sojaanbau in Deutschland noch in den Kinderschuhen.

Mit der Züchtung von regional und klimatisch angepassten sowie ertragreichen Soja-Sorten für den biologischen Landbau wird die Sortenvielfalt gefördert und die Unabhängigkeit von weltweit agierenden Saatgut-Monopolisten gefördert. Die entstehenden Sorten sind frei von Patenten, Züchter können sie also weiterentwickeln.

Um die Sojazüchtung in Deutschland weiter zu entwickeln, startete die Freiburger Life Food GmbH gemeinsam mit der Landessaatzuchtanstalt der Universität Hohenheim 2016 die Initiative der „1000 Gärten − Das Soja-Experiment“. Mit Hilfe von 1000 Gärtnern sollen 1000 Sojastämme und 20 Sojasorten an möglichst vielen verschiedenen Standorten angebaut und die Ernte anschließend wissenschaftlich ausgewertet werden. Ziel ist es, neue Sojasorten zu finden, die hierzulande gut gedeihen. Es ist ein Feldversuch für Freiwillige: Quer durch Deutschland wird an 1000 Standorten unterschiedlichstes Soja-Saatgut erprobt, um die klimatisch am besten angepassten Pflanzen zu ermitteln. Ein solches Versuchsfeld, mit einer Größe von über 1000 m² betreue ich. Kräftig grün wachsen da nun die Pflanzen. Regelmäßig werden sie kontrolliert und die Beobachtungen protokolliert.

Ein guter Nebeneffekt ist, dass Soja eine sinnvolle Pflanze für einen nachhaltig bewirtschafteten Acker ist. Die Pflanze trägt zu einem lebendigen und fruchtbaren Boden bei: Wie andere Leguminosen (Klee, Erbsen u.a.) bindet sie Stickstoff im Boden. Wenn sie in der Fruchtfolge eingesetzt wird, bereitet die Sojapflanze den Boden optimal für nährstoffhungrige Pflanzen auf!

 

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