112. Deutscher Wandertag – Tolle Wanderung auf dem Boden-Geo-Pfad bei Sperenberg und Klausdorf

23.06.2012

77 Wanderer, unter ihnen 19 Wanderfreunde aus Nordrhein-Westfalen, nahmen am Samstag, den 23. Juni 2012 an einer der schönsten geführten Touren auf dem Boden-Geo-Pfad teil. Um 10 Uhr begrüßte am Strandbad Klausdorf der Bürgermeister der Gemeinde Am Mellensee, Frank Broshog, die Gäste. Wanderleiter Klaus Reinhardt vom Verein "Pro Mellensee" e.V. hatte eine spannende Routenführung ausgewählt zu der sich bestes Wanderwetter gesellte.

Ein viel diskutiertes Thema war die Seenprivatisierung, die nun Dank verschiedener Initiativen nun abgewendet scheint. Das Land Brandenburg wird 80 Seen, darunter den Mellensee, vom Bund kaufen.

Eng verschlungene Pfade, tiefe Schluchten, steile Hänge und zwischendrin ein funkelndes Gewässer – der Abbau der Rohstoffe Ton und Gips rund um Klausdorf und Sperenberg hat eine anheimelnde Landschaft entstehen lassen. Sogar mächtige Felsen und steile Schluchten gehören dazu. Auch das verträumte Niedermoorgebiet ’Faules Luch’ und ein alter Ziegeleiofen waren zu sehen.

Der 2008 eingeweihte Boden-Geo-Pfad erschließt die vielfältige Kultur- und Naturgeschichte. In diesem Gebiet reichen Gips- und Tonvorkommen bis an die Erdoberfläche.

Klaus Wendt vom Förderverein Heimatstube Sperenberg konnte vor Ort über die Geschichte des Sperenberger Gipsabbaus informieren. Die Wanderer kamen auch am einstmals tiefsten Bohrloch der Welt vorbei. Mit 1.271,6 m war es auch die erste Bohrung von mehr als 1000 m Tiefe. Genutzt wurde sie außerdem zu exakten Temperaturmessungen. Dabei wurde die geothermische Tiefenstufe, die besagt, dass alle 33,7 m die Temperatur um 1 Kelvin (K) mit der Tiefe zunimmt, entdeckt.

Vom Sperenberger Aussichtsturm gab es einen weiten Blick ins Baruther Urstromtal. Ich habe u. a. an einer Sandgrube den Boden der märkischen "Streusandbüchse" – die Braunerde – erläutert.

Am Strandbad Sperenberg gab es eine wohlverdiente Pause. Das neue Pächter-Ehepaar Greulich bewirtete die Wanderer bei Blasmusik. Auf der Rücktour konnte die Ruine eines Hoffmannschen Ringofens nicht nur von außen besichtigt werden.

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Fledermäuse, die hier ihren Winterschlaf halten, waren allerdings nicht zu sehen. Der Klausdorfer Peter Hentschel, der früher in der Ziegelei arbeitete, berichtete darüber, wie das Brennen der Steine in diesem Ofen einst vonstatten ging.

Weitere Infos zum Lehrpfad unter www.boden-geo-pfad.de

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