25 Jahre ZALF: Forschungszentrum in Müncheberg feierte Jubiläum

25.06.2017

Am 22. Juni 2017 feierte das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. gemeinsam mit rund 250 geladenen Gästen sein 25-jähriges Bestehen. Am Vormittag fand zunächst ein wissenschaftliches Symposium zum Thema „Agrarlandschaftsforschung im Kontext der Nachhaltigkeitsziele“ statt.

Hierzu gab es Vorträge, die sich mit 4 der 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen beschäftigten: KLIMA, ERNÄHRUNG, LANDNUTZUNG + WASSER und INNOVATIONEN – ROBOTICS (Landwirtschaft 4.0).

(Alle 17 Nachhaltigkeitsziele sind hier zu finden: http://www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/17_ziele/index.html)

Anschließend wurden die aktuellen Forschungsinhalte des Zalf mit seinen 339 Mitarbeitern an verschiedenen Ständen vorgestellt. Gesamtgesellschaftliche Herausforderungen wie der Klimawandel, eine nachhaltige Landnutzung, die Ernährungssicherheit oder der Erhalt der Biodiversität können in einem disziplinübergreifenden Kontext analysiert und Lösungen erarbeitet werden. Dafür bestehen im ZALF sechs Institute. Die Forschungsergebnisse des ZALF werden heute nicht nur in der Fachwelt rezipiert, sondern mit starkem Fokus auf den Transfer auch in die breite Öffentlichkeit getragen.

Das ZALF arbeitet auch mit Drohnentechnik, um Felder systematisch zu untersuchen.

In der Öffentlichkeit wird oft über die Arbeit des ZALF am „Mückenatlas" berichtet. Die in Deutschland vorkommenden Mücken werden seit 2012 im sogenannten "Mückenatlas" kartiert. Um herauszufinden, welche Mückenarten hierzulande häufig vorkommen und ob diese Arten gefährliche Krankheiten übertragen können, sammeln die Forscher bundesweit Mücken ein. Das funktioniert allerdings nur mit der Hilfe von zahlreichen Hobby-Mückenjägern.  Von den 28 Mückenfamilien, die in Deutschland vorkommen, stechen allerdings nur drei zu – und dann auch jeweils nur die Weibchen. Sie benötigen Proteine aus Blut für ihre Eibildung. Allerdings splittet sich allein die Familie der Stechmücken in 50 Arten auf.

Am Nachmittag ließen Wegbegleiter, Förderer und Partner gemeinsam mit dem ZALF-Vorstand und Gästen 25 Jahre Agrarlandschaftsforschung im Rahmen eines feierlichen Festaktes Revue passieren und blicken gemeinsam in die Zukunft des Forschungsstandorts.
 
1992 wurde das ZALF − Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung e. V. − in Müncheberg gegründet. Die Forschung am Standort fußt aber auf einer langen Tradition: Bereits 1928 eröffnete das Kaiser-Wilhelm-Institut für Züchtungsforschung unter Leitung von Erwin Baur. Nach einer Verlagerung 1945 folgte wenig später die Wiedereröffnung als Zentralforschungsanstalt für Pflanzenzucht, dann ab 1952 Institut für Acker- und Pflanzenbau mit neuem Schwerpunkt und neuem Leiter: Prof. Dr. Rübensam. 1970 wechselte dann sowohl der Name als auch die Aufgabenstellung: Forschungszentrum für Bodenfruchtbarkeit Müncheberg (FZB) mit Fokus auf die industriemäßige Intensivierung der Pflanzenproduktion. Ab 1987 erweiterte sich die Forschung dann hin zu einer ökologisch-ökonomisch ausgewogenen Landbewirtschaftung.

Der Forschungsfokus am Standort änderte sich richtungsweisend: Von der Produktionsmaximierung zur umweltgerechten Landnutzung sowie Einbeziehung komplexer Zusammenhänge in landwirtschaftlich genutzten Oberflächen. Die vorhandenen Forschungsdaten, wie zum Beispiel die DDR-weite Bodenbewertung, waren und sind Grundlage für einen bis heute gewachsenen Datenschatz. Lokales und regionales Wissen wurde stufenweise auf die internationale Ebene ausgedehnt. Zudem ist das ZALF Teil der „Leibniz-Gemeinschaft“. Die Einrichtungen dieses Dachverbandes kooperieren intensiv untereinander sowie auf nationaler und internationaler Ebene mit Hochschulen, Instituten anderer Forschungsorganisationen, Wirtschaftsunternehmen, staatlichen Institutionen und gesellschaftlichen Organisationen.

Entscheidung für das Müncheberger Forschungszentrum war auch der Wechsel in der Zuständigkeit der Länderfinanzierung vom Landwirtschaftsministerium zum Wissenschaftsministerium und damit die Erweiterung des Forschungsfokus – von der Haustür in die ganze Welt.

Am 25. Juni 2017 fand im ZALF ein Tag der Offenen Tür und Familienfest statt, der sehr gut besucht war.

 

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