Immer schön auf Augenhöhe – Lesung mit Gesine Lötzsch im Wünsdorfer Bücherstall

04.09.2017

Gesine Lötzsch, Berliner Powerfrau der Linkspartei war am 01. September zu Gast in der Bücherstadt Wünsdorf. Sie stellte ihr im Eulenspiegel Verlag erschienenes Buch "Immer schön auf Augenhöhe" vor. Sie nutzte aber vor allem auch die Gelegenheit unserem Bundestagskandidaten Carsten Preuß alles Gute für den Wahlkampf zu wünschen und sagte: "Ich würde dich gerne in der Fraktion begrüßen." Sie würdigte den von ihm initiierten erfolgreichen Kampf gegen die Seeprivatisierung, "die ja indirekt sogar auch in meinem Buch vorkommt". So erzählte sie, wie die Nachfolgeorganisation der Treuhand den Wandlitzer See in Ostdeutschland an einen Privatmann verkaufte und wie sie dann zum Schein versuchte, einen See im Westen zu kaufen - was dort auf großes Unverständnis stieß.

Seit 2002 sitzt die Berlin-Lichtenbergerin im Bundestag und hat so manche Schlacht geschlagen.

Gesine Lötzsch sagt, was sie meint. Bei ihr gibt es keine umständlichen Phrasen. In ihrer langjährigen politischen Karriere hat Lötzsch viel erlebt und gesehen. Mit ihrem Buch nimmt sie ihr Publikum mit hinter die Kulissen des Bundestages, erzählt Anekdoten über das Drunter-und-Drüber ihres Alltags. Unprätentiös, humorvoll und doch mit gebotenem Ernst, aber vor allem eins: ehrlich. Kurzweilig berichtete sie über ihre Erfahrungen als Abgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende. So beschreibt sie u.a., für wen der Osten Deutschlands noch immer Ausland ist, wieso jede Zahl im Bundeshaushalt besser frisiert wird als sämtliche Finanzminister zusammen und warum gewisse Parteien über Fußfesseln für ihre Abgeordneten nachdenken sollten. Ihre Geschichten regen damit nicht nur zum Lachen und Ärgern an, sondern vor allem zum Nachdenken über Politik in Deutschland.

Als Vorsitzende des Hausschusses, dem sogenannten Königsausschuss, hat sie ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, wenn es um den von der Bundesregierung jährlich vorzulegenden Bundeshaushalt geht. Denn, ohne die Zustimmung des Haushaltsausschusses, übrigens dem mit 41 Mitgliedern größten Ausschuss des Bundestages, bekommt die Bundesregierung keinen Cent.

Nach der Lesung diskutierten Gesine Lötzsch und Carsten Preuß zusammen mit den Anwesenden über aktuelle Themen.

Heidi Borchert

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