Einmalig: Mit dem Spreewaldkahn zum besonderen Weihnachtsmarkt

28.11.2016

Einmalig: Mit dem Spreewaldkahn zum Weihnachtsmarkt. Im Großen Spreewaldhafen Lübbenau, dem größten und ältesten Kahnfährhafen des Spreewaldes(Błota), gab es einen maritimen Weihnachtsmark mit Räucherfisch und Glühwein. Von dort führte die winterliche Kahnfahrt in das Freilandmuseum Lehde. Auf dem Kahn machten die Fahrgäste Bekanntschaft mit einem spreewaldtypischen Wichtel - dem Lutken. Das mit seinen spreewaldtypischen Häusern und Bauernhöfen einzigartige und einmalige Spreewalddorf Lehde bot einen besonderen Weihnachtsmarkt.

Bis 1929 war das unter Denkmalschutz stehende Dorf ausschließlich per Kahn erreichbar. Auch heute sind einzelne Gehöfte nicht mit dem Straßennetz verbunden und können nur mit dem Kahn angesteuert werden. Das älteste Freilandmuseum Lehde ist das älteste Brandenburgs. Es bietet einen lebhaften Einblick in das Leben der sorbischen und deutschen Spreewaldbewohner vor über 100 Jahren. Aus verschiedenen Regionen des Spreewaldes wurden Hofanlagen zusammengetragen und hier wieder aufgebaut.

In den historischen Bauernhöfen und den erleuchteten Stuben konnte man entdecken, wie die Weihnachtsvorbereitungen im Spreewald vor etwa 150 Jahren aussahen. Hier konnte man die traditionellen Spinten (pśeza) erleben, wo die Frauen des Dorfes Geschichten austauschen und sehen, wie sich die Spinnräder drehen. Die Spinnten begannen im Spreewald am 11. November. Hier trafen sich die jungen, unverheirateten Mädchen der Dörfer abends in den Spinnstuben, um in Handarbeit und mit viel Fleiß ihre eigenen Trachten herzustellen. Hier wurde natürlich geplaudert und gesungen. Im Spreewald wurden früher die Kinder mit dem beschenkt, was es auch dorf gab. Teure Geschenke konnte sich niemand leisten. Verhüllt mit weißem Tüll und bunten Bändern: das Bescherkind im Spreewald war auch dabei. Das Gewand des Bescherkindes besteht aus den schönsten Teilen der sorbischen Brautjungferntracht. Schweigend legte das kunstvoll verhüllte Bescherkind die Rute auf die Schulter der Kinder und streichelte die Wangen. Das war aber nicht als Strafe zu verstehen, sondern soll ihnen Kraft, Glück und Gesundheit für das bevorstehende neue Jahr geben.

Im mit Stroh ausgelegten Freilandmuseum konnte man Handwerker bei der Arbeit zusehen und ihre handgefertigten Arbeiten kaufen. Und es gab viele weihnachtliche Leckereien an den Ständen. Zu sehen gab es das Bescherkind, Haubenstecken, Schmiedehandwerk, Bäckerhandwerk, weihnachtlichen Lichterglanz und vieles mehr.

Am Ende habe ich wieder einmal festgestellt, was für eine schöne Region der Wahlkreis 62 ist.

Der Spreewald
Einzigartig in Europa ist die Landschaft des Spreewaldes. Die lagunenartige Flusslandschaft mit einem Netz von 970 Kilometern Fließgewässern, die seit 1990 auch als Biosphärenreservat Spreewald von der Unesco geschützt ist, zieht jährlich unzählige Besucher an. Die zunehmende Braunfärbung der Spree in der Lausitz treibt auch den Anwohnern des Spreewaldes Sorgenfalten auf die Stirn. Angler, Fischer, Landwirte, Naturschützer und Kommunalpolitiker befürchten Schäden für Flora und Fauna sowie für den Tourismus. Der Tourismus ist im Spreewald wichtigste Einnahmequelle, 300 Millionen Euro bringen die Urlauber jedes Jahr hierher. Durch den Braunkohle-Bergbau gelangt immer mehr Eisenhydroxyd in die Spree, wodurch sich das Wasser färbt. Außerdem wird Sulfat hereingespült. Wichtig ist es nicht nur für den Spreewald,dass jetzt wirksame Schutzmaßnahmen realisiert werden.

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