Mit den Jägern im Biosphärenreservat Spreewald

25.08.2017

Der Jagdverband Lübben e.V. lud gestern die Direktkandidaten zur Bundestagswahl im Wahlkreis 62 in Biosphärenreservat Spreewald in den Bereich „Forsthaus Schützenhaus“ ein. Gekommen waren 6 Direktkandidaten. Die Diskussionsrunde mitten in der Natur beschäftigte sich mit dem Wolf, dem Thema Waffenrecht und dem Naturschutz.

Aus meiner Sicht ist eine flächendeckende und tierschutzgerechte Bestandsregulierung mittels jagdlicher Maßnahmen aus ökologischen und tiermedizinischen Gründen notwendig und gerechtfertigt, eine sehr gute Ausbildung vorausgesetzt.

Die Jagdausbildung sollte stärker an den gesellschaftspolitischen Anforderungen im Sinne einer naturnahen Waldbewirtschaftung ausgerichtet werden und die Themen Lebensmittelsicherheit, Tierschutz, Ökologie und Waldbau stärken. Bundesjagdgesetz wollen wir bundeseinheitliche Vorgaben zum Schießübungsnachweis im Rahmen der Jäger*innenprüfung sowie zur Verlängerung des Jagdscheines.

Das Wild ist ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems. Jagd darf aber kein elitäres Privileg werden, sondern muss für alle Interessierten zugänglich sein.

Aus meiner Sicht sind keine Änderungen des Waffenrechts notwendig. Das Inkrafttreten der novellierten EU-Feuerwaffenrichtlinie kann allerdings eine Überarbeitung des deutschen Waffenrechts notwendig machen.

Das restriktive deutsche Waffenrecht versucht meiner Ansicht nach die Interessen von Jägern und Sportschützen mit den öffentlichen Sicherheitsinteressen in einen guten Ausgleich zu bringen. Ein größeres Problem stellen die illegalen Waffen dar.

Zum Wolf:  Mit Zunahme der hier lebenden Anzahl von Wölfen wächst das gesellschaftliche Konfliktpotenzial. Wir müssen wieder lernen, mit ihm zu leben.

Für Weidetierhalter*innen ist jeder Verlust eines Tieres eins zu viel. Eine finanzielle Wiedergutmachung ist wichtig, kompensiert aber nur bedingt, denn tierhaltende Betriebe wollen ihre Tiere vor Übergriffe schützen. Ich möchte einen effektiven Herdenschutz für weidetierhaltende Betriebe erreichen. Hierfür muss die öffentliche Hand Mittel bereitstellen. Die Entnahmen von Problemwölfen ist bereits jetzt möglich.

Wichtig ist die Einrichtung eines Herdenschutzkompetenzzentrums für präventives Wolfsmanagement. Ein solches Zentrum sollte die wissenschaftlichen wie rechtlichen Rahmenbedingungen für Auswahl, Zucht und Ausbildung von geeigneten Herdenschutzhunden erarbeiten. Eine Aufnahme des Wolfes in Jagdrecht ist derzeit nicht notwendig.

In der Diskussion plädierte ich dafür, dass die Jäger ihre Wolfssichtungen und -feststellungen melden sollen. Wichtig ist, dass wir die weitere Diskussion auf Grundlage einer realen Datenbasis führen.

Entnahmen von nachweislichen Problemwölfen sind bereits jetzt möglich, sollten aber auf Grundlage bundeseinheitlicher Regeln erfolgen.

Insgesamt war es ein informativer Abend in schöner Atmosphäre. Begrüßt wurden wir von Jagdhornbläserinnen und Jagdhornbläsern und am Schluss gab es auch noch Wildbratwurst.

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