MVZ des Oberlinhauses schließt Außenstelle in Zossen

11.11.2013

Seit 2006 gibt es das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Zossen in der Kirchstr. 3 als Niederlassung des Verein Oberlinhaus in Potsdam-Babelsberg. Zu Spitzenzeiten waren hier 5 Ärztinnen und Ärzte beschäftigt. Zum Jahresende 2013 soll die Einrichtung schließen. Angeboten wurden hier die Leistungsspektren Orthopädie und Allgemeinmedizin. Die orthopädische Sprechstunde deckte bislang das komplette Spektrum der Krankheiten des Bewegungsapparates ab. Vorteilhaft war zudem die enge Kooperation mit dem Mutterhaus, der Oberlinklinik in Potsdam-Babelsberg. Das Leistungsspektrum wurde bereits Ende Oktober geschlossen.

Von der Schließung des MVZ sind etwa 3.000 Patienten betroffen. Grund der Schließung ist nach Angaben der Zossener Rundschau vom 2./3. 11.2013, die Unwirtschaftlichkeit. Das MVZ Zossen soll jedes Jahr ein hohes fünfstelliges Defizit einfahren. Ursache für dieses Defizit sollen die zu kleinen Räumlichkeiten sein.

Ein solches Zentrum rechnet sich erst ab einer bestimmten Größenordnung mit mehr Ärzten und möglichst mit einem Angebot für Reha-Sport und einer Physiotherapie. Das ist am jetzigen Standort in der Kirchstraße 3 nicht möglich. Das Gebäude gehörte dem Kreis und ist, wie das ehemalige Schloss und das alte Krankenhaus, an einen neuen Privateigentümer verkauft worden. Bislang hatte die Stadt Zossen das Gebäude vom Landkreis gemietet und an den Verein Oberlinhaus untervermietet. 

Seit mehr als einem Jahr war das Oberlinhaus auf der Suche nach einem neuen größeren Standort - bislang aber ohne Erfolg.

Der Wegfall des MVZ ist keine gute Entscheidung für die Stadt Zossen. Gegenseitige Schuldzuweisungen, wie über die Medien geschehen, helfen den Patienten nicht.

Es werden in den kommenden Jahren noch zahlreiche Veränderungen auf uns zukommen, die das gesamte Gesundheitswesen, die Gesundheitsversorgung und die Gesundheitswirtschaft betreffen. Zudem wird sich die Bevölkerungsstruktur ändern. 2008 war jeder 5. Bürger des Landkreises im Rentenalter. 2015 wird es jeder 4. Bürger sein und 2030 wird schon jeder 3. Bürger im Rentenalter sein. Daraus ergeben sich Änderungen im Bedarf der Gesundheitsversorgung und im Pflegebereich. Aus diesen Gründen sind neue Ideen und Wege in der Gesundheitsversorgung dringend gefragt. 

Auch die Stadt Zossen muss aktiv werden, um eine gute Gesundheitsversorgung künftig abzusichern. Hierfür ist es wichtig, dass die Stadt attraktive Rahmenbedingungen schafft, die die Mediziner zur Niederlassung bzw. - wie im Falle des MVZ - zum Verbleib in der Stadt veranlassen. 

Die Daseinsvorsorge einer Kommune muss darauf ausgerichtet sein, alle Voraussetzungen für ein gesundes Leben, eine gesunde Lebensweise und die Gesundheitsförderung zu schaffen und zu erhalten. Deshalb muss die Stadt Zossen - auch als Mittelzentrum - ganz besonders daran interessiert sein, dass sich im Ort Ärzte befinden und die Bürgerinnen und Bürger der Region wohnortnah ärztliche Versorgung erhalten. Ein wesentlicher Ansatzpunkt ist dabei eine gute Zusammenarbeit und eine gute Vernetzung der verschiedenen Disziplinen und der Akteure im Gesundheitswesen. Die Initiative Gesundes Zossen (IGZ) ist hierfür ein guter Anfang. Allerdings kann die IGZ nicht ein solches Problem, wie den Wegfall des MVZ, lösen. Hierfür müssen die Hauptakteure (Verein Oberlinhaus, Kassenärztliche Vereinigung und Stadt Zossen) gemeinsam nach Lösungen suchen. Dabei sollte das Wohl der Patienten im Vordergrund stehen.

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