Praktikumstag im Seniorenwohnpark Nächst Neuendorf

10.08.2019

In den Pflegeeinrichtungen des Seniorenwohnparks der ProCurand gGmbH Nächst Neuendorf absolvierte ich einen interessanten Praktikumstag.

Jenny Braun, die Leiterin des Wohnparks, informierte mich über die vielfältigen Pflegedienstleistungen, ambulante Pflege, Tagespflege, Kurzzeitpflege und vollstationäre Pflege aber auch über die Leistungen im Service-Wohnen für die Bewohner in den 145 Mietwohnungen. Sie machte aber auch aus ihrem Frust über die Personalleasingunternehmen keinen Hehl. Die Leiharbeit ist nicht die Lösung für den Pflegenotstand. Da kommen #Pflegekräfte für kurze Zeit eingeflogen, übernehmen kaum Verantwortung und verdienen deutlich mehr als das Stammpersonal. Das wirkt sich auch auf das Arbeitsklima aus.

In der stationären Pflege erlebte ich den Küchentreff. Die Bewohner*Innen bereiteten unter Leitung von Sandra Uckrow einen deftigen Gurkensalat. In der Tagespflege herrschte freudige Erwartung, da am Nachmittag noch eine Dampferfahrt auf dem Programm stand. Jennifer Witte informierte mich über die Aufgaben in der Tagespflege und über die vielfältigen Angebote.
Die ambulante Pflege leitet Frau Michaela Mücke. Sie erläuterte den Unterschied zwischen Behandlungs- und körpernaher Pflege, informierte darüber, welche Pflegetätigkeiten von #Pflegefachkräften ausgeübt und welche von Pflegehelfern verrichtet werden. Minutengenaue Tagespläne und Abrechnungen aller Leistungen sind nicht so einfach zu managen.

Im abschließenden Gespräch hinterfragte ich insbesondere die Personalsituation, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter, die Situation der Bezahlung und des Umgangs mit der Belastung im Pflegedienst.
Die jetzige Pflegeversicherung zahlt nur einen Teil der anfallenden Kosten. Für den Rest müssen die Betroffenen oder ihre Familien aufkommen. Höhere Löhne oder mehr Personalkosten dürfen aber nicht auf die Menschen abgewälzt werden, die Pflege brauchen.

Der Besuch bestärkte mich in meiner Ansicht, dass eine Pflege-Vollversicherung benötigt wird, die alle pflegebedingten Leistungen umfasst. Diese muss über eine solidarische Pflegeversicherung finanziert werden. Anders als jetzt sollen alle einzahlen, auch privat Versicherte, Beamte, Abgeordnete und Selbständige – ohne Beitragsbemessungsgrenze. Dadurch wäre mehr Geld für mehr Personal und bessere Löhne in der Pflege.

Sehr beeindruckt war ich wie professionell sowohl Leitung als auch Mitarbeiter mit den Schwierigkeiten in der Pflege umgehen, um das Leben der ihnen Anvertrauten doch so angenehm wie möglich zu gestalten.

Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist es, dem Pflegeberuf eine höhere Wertschätzung beizumessen, denn Altenpfleger sind wirkliche Leistungsträger unserer Gesellschaft.

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