Psychische Gesundheit geht uns alle an

22.08.2017

Der 19. Deutsche Bundestag wird wichtige Weichen für die Prävention und Verbesserung der Be-handlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Deutschland stellen.

Aus diesem Grund lud Dr. med. Christian Kieser, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) und Chefarzt der Kli-nik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Klinikum Ernst von Bergmann die Di-rektkandidaten der kommenden Bundestagswahl zum Gespräch über psychische Gesundheit, gesellschaftliche Herausforderungen und regionale Verantwortung ein.

Dr. Christian Kieser gab einen Überblick über die drängendsten Herausforderungen mit dem Ziel, die gesundheits- und sozialpolitischen Positionen zu schärfen und führte anschließend die Besu-cher durch die Klinik. Carsten Preuss (Die Linke), Dr. Manja Schüle (SPD), René Springer (AfD) und Linda Teuteberg (FDP) folgten der Einladung in die Klinik am Standort „In der Aue“. Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen), die ebenfalls zugesagt hatte, musste kurzfristig absagen.

Psychische Erkrankungen sind Volkskrankheiten, fast jeder dritte Erwachsene ist im Zeitraum eines Jahres betroffen. Psychische Leiden sind die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeitstage und für die Hälfte aller Frühberentungen verantwortlich.

Seelisches Leiden tritt allmählich aus dem Schatten gesellschaftlicher Tabus ins Licht der öffentli-chen Aufmerksamkeit. Neben dem großen Leid der Betroffenen und Angehörigen sind die Stigma-tisierung und gesellschaftliche Ausgrenzung nach wie vor schmerzhafte Erfahrungen vieler Men-schen mit psychischen Erkrankungen. Die Stärkung ihrer Rechte, Förderung ihrer Kompetenzen und gesellschaftliche Teilhabe (Inklusion) sind Anliegen einer Reformpsychiatrie, die allerdings ins Stocken geraten ist.

Dr. Kieser appelliert als Vorstandsmitglied der DGPPN an die Politiker, die Weichen für angemes-sene gesundheitspolitische Rahmenbedingungen zu stellen, um die Autonomie von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu fördern und deren aktive Partizipation in der Behandlung sicherzustellen. Darüber hinaus sieht er die größte gesellschaftliche Herausforderung, die besonderen Be-dürfnisse von Menschen mit psychischen Erkrankungen in allen Bereichen der Gesellschaft zu be-rücksichtigen.

Die interessierte und engagierte Diskussion machte die Aktualität dieses Themas deutlich und zeigte, dass auch weiterhin eine intensive Debatte auf politischer und breiter gesellschaftlicher er-forderlich ist, um die Situation psychisch kranker Menschen nachhaltig zu verbessern. Neben einer Flexibilisierung der Versorgungssysteme und Intensivierung der sektorübergreifenden stationären und ambulanten Behandlungsangebote besteht insbesondere in der Prävention, Frühintervention und Rehabilitation erheblicher Handlungsbedarf.

Pressemitteilung der Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH
Presse und Unternehmenskommunikation
Damaris Hunsmann


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