Tandemkläranlage in Zossen-Wünsdorf soll erweitert werden - Öffentlichkeitsbeteiligung läuft

04.11.2012

Beteiligungsverfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung ist angelaufen

Der Zweckverband Komplexsa-nierung mittlerer Süden (KMS) Zossen plant den Ausbau der Tandemkläranlage Zossen am Standort Straße der Jugend. Zu diesem Zweck wurde die Änderung der vorhandenen wasserrechtlichen Erlaubnis für die betreffende Kläranlage beantragt. Im Ergebnis der allgemeinen Vorprüfung wurde festgestellt, dass die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erforderlich ist.

Die Untere Wasserbehörde des Landkreises Teltow Fläming ist die für das Vorhaben und die Durchführung der UVP zuständige Behörde. Gemäß § 9 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung ist die Öffentlichkeit zu beteiligen. Daher wird in der Zeit vom 5. November 2012 bis einschließlich 4. Dezember 2012 eine Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt. 

Die  betroffenen Bürgerinnen und Bürger haben im Rahmen dieser Beteiligung Gelegenheit, sich zu den Plänen zu äußern.

Die Unterlagen über die Umweltauswirkungen des Vorhabens werden zur Einsicht bei der Stadt Zossen, beim KMS und im Umweltamt der Kreisverwaltung ausgelegt.

Die Tandemkläranlage Zossen–Wünsdorf wurde 2003 für 33.000 Einwohner geplant. Der 1. Bauabschnitt der Tandemkläranlage wurde 2005 in Betrieb genommen. Zuletzt wurde 2008 das 3. Belebungsbecken der Tandem-Kläranlage errichtet. Gegenwärtig wird hier jedoch das Schmutzwasser von 44.000 Einwohnern gereinigt. Jetzt soll die Anlage auf eine Reinigungsgröße für fast 50.000 Einwohner erweitert werden. Dazu sollen am Standort Straße der Jugend ein viertes Belebungsbecken und ein zweites Nachklärbecken errichtet werden. Zudem wird ein Oxydationsteich angelegt. Gemäß der Zossener Rundschau vom 07.12.2011 beabsichtigt der KMS  innerhalb von zwei Jahren hierfür 2 Mio. € zu investieren.

Die Kapazitätserhöhung führt zu einer Erhöhung der Einleitmenge des weitgehend gereinigten Abwassers in den Müllergraben und Nottekanal um 570 m³ pro Tag. Insofern werden diese Bereiche bei der Prüfung der Umweltverträglichkeit einbezogen. Für die schadlose Ableitung der zusätzlichen Einleitmenge soll eine Beseitigung von Abflusshindernissen im Vorfluter Müllergraben, vorrangig am „Straßendurchlass Grüner Weg“ in Zossen, erfolgen. Zudem soll durch Baumaßnahmen eine Reduzierung der Regenwassereinleitung erreicht werden. 

Der Zweckverband KMS musste sich seinerzeit entscheiden, die Anlage zu erweitern oder die Dahlewitzer und Rangsdorfer Abwässer ab Groß Machnow zum Klärwerk Waßmannsdorf zuleiten. Eine Tandemkläranlage, also ein Klärwerk an zwei verschiedenen Standorten, ist unüblich, vielleicht sogar einmalig. Man wollte die zuvor vorhandenen Klärwerke in Zossen (Straße der Jugend) und in Wünsdorf (Gutstedtstraße) weiternutzen. Heute geht die mechanische Reinigung in Wünsdorf und die biologische in Zossen vonstatten. Dazwischen verläuft unterirdisch eine vier Kilometer lange Zwillingsleitung.

Schmutzwasser vom Norden wird erst nach Wünsdorf gepumpt, wo es mit Sieben und Kämmen von Unrat getrennt wird, um dann wieder zurück nach Zossen geschickt zu werden, wo die Mikroben ihr Werk verrichten. Diese „Tandemlösung“ hat auch Nachteile. Nicht zuletzt sind es die Stromkosten für das Pumpen der Abwässer. Als weiterer Haken der Nachnutzung der alten Standorte erweist sich die Nähe zur Wohnbebauung. Eine geruchlose Kläranlage wird es nicht geben. Die großen Verursacher Geruchsbelastungen sind die Vorkläranlagen. Sie wurden inzwischen abgedeckt.

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