Wir haben es satt! 25.000 Menschen protestierten in Berlin gegen die Agrarindustrie und für eine bäuerliche Landwirtschaft

20.01.2013


Unter dem Motto "Wir haben es satt" haben am Samstag, den 19.01.2013 tausende Menschen in Berlin für eine Abkehr von der industriellen Landwirtschaft demonstriert.

Anlässlich der Grünen Woche marschierten rund 25.000 Demonstranten vor das Bundeskanzleramt. Ihr Protest richtete sich unter anderem gegen Massentierhaltung, Pestizid-Einsatz auf den Feldern, Monokulturen und einen wachsenden Preisdruck auf Kleinbauern.

Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Hubert Weiger, forderte dabei neue Weichenstellungen in der Agrarpolitik. Bei der Abschlusskundgebung vor dem Kanzleramt mahnte er, auf der Grünen Woche als weltgrößter Landwirtschaftsmesse dürfe man sich nicht blenden lassen. "Hinter dem schönen Schein der Messestände verbirgt sich millionenfaches Tierleid." 2013 sei ein entscheidendes Jahr, weil die Europäische Union Änderungen in der Agrarpolitik plane. Es gehe um viel Geld, das in den nächsten Jahren verteilt werde. „Deshalb müssen wir uns einmischen. Wir haben es satt, dass diejenigen das meiste Geld bekommen, die am meisten Flächen haben.“
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Auf den Transparenten war u. a. zu lesen „Antibiotika in Megaställen – wir haben es satt“, „Bürger (w)ehrt euch, kauft beim Bauern“, „Keine Gentechnik auf unseren Tellern“, „Das Schwein ist uns nicht Wurst“ oder „Tiere sind Lebewesen, keine Lebensmittel“. Auffällig waren die vielen Imker in weißer Schutzkleidung und mit Imkerhut. Sie beklagten, dass viele modernen Spritzmittel tödlich für Bienen sind.
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Neben Umwelt-, Tier- und Verbraucherschützern waren auch zahlreiche Landwirte zu der Demonstration gekommen. Einige von ihnen fuhren bereits am Vormittag mit rund 70 Traktoren durch die Hauptstadt. Die Großdemonstration zur "Grünen Woche" fand bereits zum dritten Mal statt. Veranstalter ist ein Bündnis aus 35 Organisationen aus Umwelt- und Agrarverbänden, Entwicklungsorganisationen und anderen Initiativen, darunter der BUND, attac, der NABU, Oxfam und die Albert-Schweitzer-Stiftung.

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