Zu Besuch bei der Agrargenossenschaft Groß Machnow eG.

21.08.2019

Mit Kirsten Tackmann (MdB) besuchte ich die Agrargenossenschaft Groß Machnow. Von Jürgen Zimmermann, dem Leiter der Agrargenossenschaft erfuhren wir, dass sich derzeit 410 ha in der Umstellungsphase auf den ökologischen Landbau befinden.

Insgesamt umfasst die landwirtschaftliche Nutzfläche des Betriebes ca. 3000 ha. Bereits seit Frühjahr 2013 werden großflächig betriebsintegrierte Naturschutzmaßnahmen in der Niederungslandschaft umgesetzt. Dadurch werden eine Vielzahl von Naturschutzmaßnahmen über eine Laufzeit von 25 Jahren stufenweise etabliert.

Finanziert werden diese Maßnahmen mit Kompensationsmitteln durch die Flughafengesellschaft Berlin-Schönefeld (FBB). Damit hat die Landschaft an Struktur und an Attraktivität gewonnen. Reinhard Baier, Vorstandsmitglied des Landschaftspflegeverbandes, belegte eine Zunahme der Insekten. Neben Gehölz- und Heckenpflanzungen und einer vielfältigeren Fruchtfolge wurden wasserbauliche Maßnahmen wie Mittelinseln und Fischaufstiegsanlagen im Zülowkanal durchgeführt und neue Kleingewässer geschaffen. An diesem Beispiel zeigt sich, Landwirtschaft und Umweltschutz müssen sich nicht ausschließen.

Der Betrieb betreibt auch eine Sauenanlage mit gut 600 Sauen einschließlich der Reproduktion eigener Jungsauen. Die anfallende Gülle wird zusammen mit pflanzlichen Stoffen wie Maissilageüber in eine Biogasanlage verwertet. Die anfallende Wärme wird für das Stallgebäude und für das Gewerbegebiet in Groß Machnow genutzt. Die gesicherte Einspeisevergütung für den erzeugten Strom gilt gemäß EEG für 20 Jahre. Im Hinblick auf ein Ende der bisherigen, gesicherten Vergütung gilt es nun, eine bedarfsgerechte Umrüstung des Blockheizkraftwerkes (BHKW) mithilfe der Flexibilitätsprämie zu planen.

Durch eine Umrüstung des BHKW soll in Zeiten erhöhten Bedarfs durch zusätzlich installierte Leistung Strom ins Netz eingespeist werden. Bei weniger Bedarf wird das BHKW nur in Teillast gefahren beziehungsweise ganz abgeschaltet.
Ziel der Flexibilitätsprämie ist es, den Anteil an der regelbaren ("an- und abschaltbaren", also flexiblen) Stromproduktion zu erhöhen, um möglichst dann viel Strom aus erneuerbaren Energien zu produzieren, wenn die Stromnachfrage hoch ist.

Mit derzeit 80 - 90 Mutterkühen und ihrer Nachzucht auf ca. 410 ha Wiesen und Weiden ist eine extensive, ökologische und wirtschaftlich sinnvolle Nutzung der Grünlandflächen gewährleistet. Die Haltung der Rinder erfolgt ganzjährig im Freiland auf den Luchwiesen in Groß Machnow und den Pfählingsee-Wiesen in Telz. Hier laufen derzeit Beratungen zur Förderung von Präventionsmaßnahmen vor Schäden, die durch den Wolf verursacht werden könnten.

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