Carsten Preuß

Wahlprogramm zur Landtagswahl 2014


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Schöneiche

Liebe Einwohner von Schöneiche,

ein Miteinander bedeutet für mich auch ein Miteinander aller Orts- und Gemeindeteile. Für mich gilt das Motto „Jeder Ortsteil zählt“. Zunächst werde ich mich in Schöneiche jener Anliegen annehmen, die mir aus meiner Tätigkeit als Stadtverordneter, bei meinen Radtouren, bei meinen Vorortterminen in Ihrem Ortsteil und vielen Einzelgesprächen mit Schöneichern bekannt geworden sind.

  • Der umstrittene Bau der neuen Feuerwache mit Dorfgemeinschaftseinrichtungen lief leider nicht optimal. Ich wollte eine bessere Lösung. Nun gilt es, das Beste daraus zu machen.
  • Alle Gehwege sind so herzurichten, dass sie mit Rollator, Rollstuhl und Kinderwagen befahrbar sind.
  • Der Dorfpark muss endlich saniert werden.
  • Ein erkennbarer Rhythmus zur Pflege des Dorfparks und der anderen öffentlichen Grünflächen und Wege ist einzurichten.
  • Der Umgang mit der alten Feuerwehr muss geklärt werden.
  • Die Hauptstraße im Ort muss saniert werden.

Priorität sollte der Bau des lange geplanten Radweges nach Kallinchen haben. 

Ihr Carsten Preuß

Deponie Schöneiche - Westmüll im Osten

Müll war auch zu Mauerzeiten ein lukratives Geschäft. Fünf Millionen Tonnen Müll aus Westberlin landeten von 1974 bis 1994 auf der Deponie in Schöneiche bei Zossen, also auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Dafür bekam die DDR insgesamt über eine Milliarde Westmark. Brandenburg aktuell hat Menschen getroffen, die auch Kurioses aus der Zeit der deutsch-deutschen Mülltransporte zu erzählen haben. Hier können Sie den rbb-Beitrag von Annette Dornieden öffnen:

Deponie Schöneiche – Ein Blick zurück
Ursprünglich lagerten Fuhrunternehmen den Müll aus Berlin zunächst in den Wäldern unmittelbar vor den Toren der Stadt ab. Die ersten "Gemeindemüllplätze" (heute zu Berlin gehörende Stadtteile) wurden bereits um 1867 angelegt. Die daraus resultierenden hygienischen und gesundheitlichen Probleme für die Bewohner der Umgebung führten dazu, dass sich Ernst von Stubenrauch als Landrat des Kreises Teltow veranlasst sah, dafür Sorge zu tragen, dass die im Teltow gelegenen Vororte nicht mehr mit Berliner Müll überdeckt werden sollten.
Seit etwa 1895 wurde der Berliner Müll mehr und mehr auf Kähnen in das weitere Umland befördert. Im Gebiet des heutigen Landkreises Teltow-Fläming entstanden um 1900, häufig in ehemaligen Ton- oder Kiesgruben, die ersten größeren Mülldeponien. Hierzu gehörte auch die Deponie Schöneicher Plan. Die tägliche Gesamtmenge des Berliner Mülls betrug in den 1920er Jahren über 2.500 cbm.

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Müllwagen in Berlin Charlottenburg

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde am 1. Oktober 1945 die „Groß-Berliner Straßenreinigung und Müllabfuhr“ gebildet. Nach der Blockade der Verkehrswege nach West-Berlin am 24. Juni 1948 konnte kein Müll mehr diesen Teil der Stadt verlassen. Von Kriegsende bis 1958 entstanden im Westteil der Stadt 33 Müllkippen, die mit acht Millionen Kubikmeter Müll aufgefüllt wurden. Im Februar 1967 nahm die Müllverbrennungsanlage Ruhleben den Betrieb auf. Am 1. April 1951 wurde mit der „Berliner Stadtreinigung“ (BSR) ein eigenständiges West-Berliner Straßenreinigungsunternehmen gegründet. In Ost-Berlin wurde die Abfallentsorgung weiterhin durch die „Groß-Berliner Straßenreinigung und Müllabfuhr“ organisiert. 1982 wurde daraus der VEB Kombinat Stadtwirtschaft.

Die West-Berliner Abfälle konnten ab 1973 gemäß einer ersten Vereinbarung zwischen West-Berlin und der DDR vom 27. 10. 1972 in der DDR, zunächst auf der Deponie Groß-Ziethen (heute Landkreis Dahme-Spreewald), entsorgt werden. Später kamen die Deponiestandorte Schöneiche (heutige MEAB-Deponie), Vorketzin (heute Landkreis Havelland) und Deetz (heute Landkreis Potsdam-Mittelmark) hinzu. Ab Februar 1978 wurden die Siedlungsabfälle in der BSR-Abfallumladestation in Neukölln verpresst und anschließend in Containern per Lkw auf die Deponien im Umland transportiert.

Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten schlossen sich auch die beiden Berliner Stadtreinigungsbetriebe 1992 zu den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) zusammen. Der zunehmende Verkehr zwischen Berlin und dem Umland führte dazu, dass der Transport der Abfälle von der Abfallumladestation zur Deponie Schöneicher Plan von 1995 bis 2005 per Schiene erfolgte.

Die Deponie Schöneicher Plan war die Deponie, auf der vor 1990 die Abfälle aus Ost-Berlin abgelagert wurden. Der Betrieb der Deponie wurde auf Grund neuer gesetzlicher Vorschriften zum 31.05.2005 eingestellt. Seit 2004 wird das anfallende Deponiegas der BSR-Deponie in einem Blockheizkraftwerk verstromt (elektrische Leistung: 5 MW).

Die Deponie Schöneiche (MEAB-Deponie), diente bis 1990 ausschließlich der Ablagerung West-Berliner Abfälle. Heute ist sie die einzige Deponie im Landkreis Teltow-Fläming die nach den neuen gesetzlichen Vorschriften betrieben werden kann. Das Deponiegas wird seit 1998 in einem BHKW verwertet. 2004 kamen zwei weitere BHKW-Module hinzu. Die Gesamtleistung beträgt 5,3 MW. Die elektrische Energie wird nach Abzug des Eigenverbrauchs (z. B. Betrieb der Sickerwasserreinigungsanlage) in das öffentliche Netz eingespeist.

1989 wurde in unmittelbarer Nachbarschaft zur Deponie eine Sonderabfallverbrennungsanlage (SAV) mit einer Kapazität von 20.000 Mg/a in Betrieb genommen. Betreiber ist wie bei der Deponie die Märkische Entsorgungsanlagen- Betriebsgesellschaft – MEAB. Die MEAB betreibt zudem seit 2005 am Standort Schöneiche auch eine mechanisch-biologische Abfallaufbereitungsanlage mit einer Kapazität von 180.000 Mg/a.

Ca. 40 Mio. m³ Abfall liegen auf den beiden Schöneicher Deponien, die zusammen mit einer Fläche von etwa 220 ha zu einem der größten Deponiestandorte Europas zählen.